Praxis für Pathologie
Dr. med. Ute Seifert

Histologische und zytologische Untersuchungen

Zytologische Diagnostik

Zytologische Diagnostik

Herr Lobes beim Sortieren und Beschriften der Objektträger
Unser Kurierdienst liefert täglich vor allem Abstrichmaterial, aber beispielsweise auch Abstrichmaterial zur HPV-Diagnostik oder Abstrich-Lösungen zur Dünnschichtzytologie an. Die entnommenen Zellen des konventionellen Abstrichs sind vom einsendenden Gynäkologen mit Alkohol oder Fixierspray bereits auf dem Objektträger fixiert worden. Unsere Mitarbeiter im Labor müssen nun zunächst jedem Objektträger anhand einer vom Arzt vergebenen Nummer oder anhand des Namens der Patientin einen Überweisungsschein zuordnen und die Daten der Patientin in den Computer aufnehmen. Dabei wird für jeden eingesandten Abstrich eine eindeutige Präparatenummer vergeben, die die Probe einer Patientin zuordnet und das Datum des Eingangs festhält. Ist diese Zuordnung erfolgt, werden die Proben automatisch nach dem Papanicolaou-Verfahren (daher die Bezeichnung als "Pap"-Befund) gefärbt und im Anschluss maschinell eingedeckt. Die fertigen Objektträger werden in der Zytologie-Abteilung von speziell ausgebildeten Zytologie-Assistentinnen vorbefundet und unterliegen der Kontrolle des Arztes. Der Befundbogen gibt Auskunft über den Pap-Befund nach der Münchner Nomenklatur, das Vorhandensein endozervikaler Zellen sowie die Bakterienflora. Aufgrund der großen Zahl der Vorsorge-Untersuchungen, die ein Gynäkologe mittels Abstrich durchführt, wird außerdem in regelmäßigen Zeitabständen eine Befundliste erstellt, die auffällige Befunde heraushebt. Auf Wunsch informiert unsere Zytologie-Abteilung den Facharzt bei Vorliegen eines auffälligen Befundes zusätzlich telefonisch.
Bei der Dünnschichtzytologie mit dem ThinPrep-Verfahren werden die Zellen nach der Entnahme in eine Fixierlösung gegeben. Aus dieser Lösung filtert ein Automat eine feine Zellschicht auf den Objektträger. Dabei entstehen keine Zellüberlagerungen, störende Einflüsse wie etwa Blut werden vermieden. Daher eignet sich dieses Verfahren besonders für Patientinnen mit schwer beurteilbaren Vorbefunden oder stark blutigen Abstrichen.
Zur HPV-Diagnostik werden HPV-Sampler an unser Institut eingeschickt, die ebenfalls durch den Gynäkologen entnommene Zellen der Gebärmutterschleimhaut enthalten. Im Labor werden sogenannte RNA-Sonden hinzugegeben, die sich mit der DNA von evt. vorhandenen HP-Viren zu Hybriden verbinden. Diese Hybriden können dann mittels Antikörpern "eingefangen" ("captured") und fixiert werden. Eine weitere Gruppe von Antikörpern bindet sich ebenfalls an diese Hybriden und erzeugt in diesem chemischen Prozess Licht (Chemolumineszenz). Die Lichtmenge ist proportional zur Menge der vorhandenen Viren. Um Viren der High-risk- und der Low-risk-Gruppe nachzuweisen oder auszuschließen, werden zwei verschiedene RNA-Sonden-Lösungen benötigt. Ein HPV-Nachweis erlaubt eine genauere Einschätzung für Patientinnen mit nicht eindeutigen Abstrichbefunden.
Die DNA-Zytometrie ist ein aufwendiges computertechnisches Verfahren, das beispielsweise bei persistierendem PapIIId-Befund sicheren Aufschluss über die Rückbildungsfähigkeit auffälliger Zellen gibt. Für dieses Verfahren kann ein bereits vorliegender Abstrich verwendet werden.
Unser Institut führt auf Wunsch eine Reihe weiterer Untersuchungen durch.
Erklärungen zu Fachausdrücken der gynäkologischen Befundung haben wir hier für Sie zusammengestellt.